American Airlines unter Druck: Gewerkschaften zweifeln an CEO Isom

American Airlines unter Druck: Gewerkschaften zweifeln an CEO Isom

American Airlines steckt in einer schweren Krise. Die US-Fluggesellschaft mit Sitz in Fort Worth, Texas, kämpft nicht nur mit operativen Problemen, sondern auch mit massivem Gegenwind von den eigenen Mitarbeitern. Die Gewerkschaften der Piloten und Flugbegleiter, die zusammen rund 40.000 Beschäftigte vertreten, haben CEO Robert Isom öffentlich das Misstrauen ausgesprochen.

Dramatischer Gewinnrückstand zur Konkurrenz

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während American Airlines 2025 lediglich 111 Millionen Dollar Gewinn erwirtschaftete, erzielten die Konkurrenten Delta Air Lines und United Airlines Gewinne von 5 Milliarden beziehungsweise 3,3 Milliarden Dollar. Besonders brisant: American flog eine vergleichbare Kapazität wie die Wettbewerber. Die schwache Performance führte zu einer deutlich geringeren Gewinnbeteiligung für die über 130.000 Mitarbeiter der Airline.

Chaos nach Winterstürmen verschärft die Lage

Zusätzlich zur finanziellen Misere kämpfte American in den vergangenen Wochen mit den Folgen schwerer Winterstürme. Die Fluggesellschaft hatte erhebliche Schwierigkeiten, sich von den Unwettern zu erholen – deutlich langsamer als die Konkurrenz. Besatzungsmitglieder saßen fest, einige mussten mangels Unterkünften sogar am Flughafen übernachten. Besonders hart traf es das wichtige Drehkreuz Charlotte in North Carolina.

Die Flugbegleitergewerkschaft erklärte am Montag: „Dieses Ausmaß an Versagen beginnt ganz oben.“ Die Pilotengewerkschaft wandte sich in einem Schreiben direkt an den Vorstand und forderte ein Treffen zur Erörterung der finanziellen und operativen Herausforderungen. Die klare Botschaft an die Führung: „Unsere Piloten werden keine Floskeln, leeren Worte und das Ausbleiben entschlossenen Handelns mehr akzeptieren.“

Gescheiterte Geschäftsstrategie belastet

Ein wesentlicher Grund für die Probleme liegt in einer fehlgeschlagenen Geschäftsreisestrategie namens „Direct-to-Traveler“, deren Architekt im Mai 2024 entlassen wurde. American versucht nun, mit Premium-Produkten zu höheren Ticketpreisen aufzuholen – ein Bereich, in dem Delta und United bereits deutlich erfolgreicher sind. Das Umsatzwachstum in der Economy-Klasse gestaltet sich branchenweit schwierig.

CEO Isom gibt sich zuversichtlich

Trotz der massiven Kritik zeigte sich CEO Robert Isom, der seit 2022 im Amt ist, am 27. Januar optimistisch für das laufende Jahr. Er kündigte eine „umfassende Transformation“ an, die Verbesserungen beim Kundenservice, Streckennetz und Revenue Management umfassen soll. Auf einer Konferenz im Globe Life Field in Arlington präsentierte er seine Strategie vor rund 6.000 Führungskräften.

Isom wies zudem darauf hin, dass viele American-Mitarbeiter, insbesondere Flugbegleiter, mehr verdienen als ihre Kollegen bei United. Als Vorstandsmitglied und CEO erklärte er sich bereit, „so bald wie möglich“ mit der Pilotengewerkschaft zusammenzutreffen.

Schwieriges Jahr nach tödlichem Unglück

Das Jahr 2025 begann für American mit einer Tragödie: Bei der Kollision eines Black-Hawk-Hubschraubers der US-Armee mit einem Regionaljet der Fluggesellschaft im Anflug auf den Ronald Reagan Washington National Airport kamen alle 67 Personen auf beiden Flügen ums Leben. Isom bezeichnete das Wetter Ende Januar als „wahrscheinlich folgenreichstes“ während seiner jahrzehntelangen Tätigkeit bei der Airline.

Gewerkschaftsführerin kritisiert Führungsstil

Julie Hedrick, Präsidentin der Flugbegleitergewerkschaft APFA, übte scharfe Kritik: „Isom vernachlässigt den menschlichen Faktor. Viele von uns sind schon sehr lange hier und wir sehen kein Ende, das uns in eine bessere Lage versetzt.“ Die Unzufriedenheit der Belegschaft könnte für die angestrebte Transformation zum erheblichen Hindernis werden.

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