Argus stuft SpaceX mit „Hold“ ein: Rekord-IPO als Bewertungsproblem

Argus stuft SpaceX mit „Hold“ ein: Rekord-IPO als Bewertungsproblem

Das Analysehaus Argus hat die Beobachtung von Space Exploration Technologies (SpaceX) mit einer „Hold“-Einstufung aufgenommen. Die Experten begründen ihre zurückhaltende Haltung damit, dass es Jahre dauern werde, bis das Unternehmen in seine rekordverdächtige Börsenbewertung hineinwächst – trotz einer starken Umsatzdynamik.

SpaceX hatte seinen Börsengang im Juni 2026 abgeschlossen und dabei einen Gesamterlös von 85,7 Milliarden US-Dollar erzielt. Die Bewertung des Unternehmens lag dabei bei über 1,75 Billionen US-Dollar – und machte den SpaceX-IPO damit zum größten Börsengang der Geschichte.

Extreme Bewertung als zentrales Bedenken

Analyst Steve Silver erläuterte gegenüber Investoren, dass das Angebot ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa dem 95-Fachen der Umsätze des Jahres 2025 impliziere. Das ist ein außergewöhnlich hoher Multiplikator, selbst für ein Wachstumsunternehmen. Silver hob die Bewertung als wesentliches Bedenken hervor und betonte, dass SpaceX „noch nicht durchgehend profitabel ist, da sein operativer Plan Merkmale sowohl eines reifen Infrastrukturgeschäfts als auch eines wachstumsorientierten Venture-Investments vereint.“

Argus zog daraus die Schlussfolgerung, dass es „wahrscheinlich Jahre dauern wird, bis die Multiplikatoren von SPCX ein normaleres Niveau erreichen.“ Für Anleger bedeutet das: Die aktuelle Bewertung preist bereits ein enormes Wachstumspotenzial ein, das SpaceX erst noch unter Beweis stellen muss.

Volatile Kursentwicklung nach dem Börsengang

Seit dem IPO zeigten sich die SpaceX-Aktien ausgesprochen volatil. Zeitweise stiegen sie um bis zu 67 Prozent über den Ausgabepreis, gaben diese Gewinne jedoch wieder ab. Aktuell werden die Papiere rund 10 Prozent über dem Ausgabepreis gehandelt.

Argus erwartet, dass diese Volatilität anhalten wird. Als Gründe nennt das Analysehaus ein knappes Aktienangebot, die frühe Aufnahme der Aktie in viele wichtige Aktienindizes sowie den bevorstehenden Ablauf von Lock-up-Fristen in den kommenden Monaten. Lock-up-Fristen verhindern, dass Insider und frühe Investoren ihre Anteile unmittelbar nach dem Börsengang verkaufen – ihr Ablauf kann zu erhöhtem Verkaufsdruck führen.

Tür für Heraufstufung bleibt offen

Trotz der vorsichtigen Ersteinstufung schließt Argus eine künftige Neubewertung nicht aus. Das Analysehaus erklärte, man werde „eine Hochstufung der Aktie in Erwägung ziehen, falls diese aufgrund nicht-fundamentaler Faktoren stark fällt oder wenn sich Umsatz und Gewinn schneller als erwartet beschleunigen.“

Für deutsche Privatanleger, die an einem Engagement in SpaceX interessiert sind, unterstreicht die Argus-Analyse die Notwendigkeit einer sorgfältigen Abwägung: Der historisch größte Börsengang der Welt bietet zwar Zugang zu einem der innovativsten Raumfahrtunternehmen, geht aber mit einer Bewertung einher, die erhebliche Geduld und Risikobereitschaft erfordert.

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